Mittwoch, 2. November 2011

Tag06: Ankunft in Kpalimé

28.10.2011

Heute Morgen klingelte der Wecker schon um 5:30Uhr. Ich kann es jetzt bestätigen, ich habe wirklich einen unruhigen Schlaf. Jeden Morgen
befindet sich der rettende Reißverschluss meines Schlafsacks immer in der entgegengesetzten Richtung – auf meinem Rücken.Es ging los nach Kpalimé (Palime gesprochen). Kpalimé liegt mitten in der Buschregion und ist mit einer der Hauptorte auf die sich unsere Hilfe bis Dato konzentriert. Auf der rechten Seite vorbei am Monté Agou, dem höchsten Berg des Landes und hinter dem Bergzug auf der linken Seite befindet sich schon die Grenze zu Ghana. Leider mussten wir wegen Straßensperren einen Umweg in Kauf nehmen, der uns aber auch nicht mehr Zeit gekostet hat.



Es ist erstaunlich, wenn wir über die ungeteerten Pisten fahren,
wie die Menschen auf uns reagieren. Wenn wir an einer kleinen Ansiedlung vorbeifahren rufen die meisten die Kinder: "Yovo, Yovo“ und schon weiß das ganze Dorf Bescheid.
Die Kinder laufen uns hinterher und die Erwachsenen lassen sie tun und winken uns mit einem Lächeln zu. Anders als in Lomé ist hier ein "Weisser“, was Yovo wohl übersetzt heißt,
etwas Besonderes. Teilweise sehen sie uns Weiße vielleicht zum ersten Mal.

Endlich in Kpalimé angekommen, trennte sich die Gruppe auf und es ging auch direkt los. Die Taschen der Patenkinder wurden sortiert und verladen.





Hier in der Region gibt es mehrere Patenkinder und so besuchten wir bis zum Dunkel werden drei von ihnen zu Hause bei Ihren Familien. Das sind Besuche die einem zu Teil die Tränen in die Augen treiben. Man kommt in Familien die schon weniger als wenig besitzen und doch wird für uns extra Obst besorgt und Ihre schönsten Kleider angezogen um uns zu begrüßen. Uschi kümmert sich ehrenamtlich für TogoHilfe e.V. um die Betreuung der Patenschaften. Unsere Ankunft wird seit Tagen erwartet. Alle Kinder der ganzen Nachbarschaft kommen zusammen und wollen das Schauspiel miterleben. Und immer wieder Yovo, Yovo Bonsoir.


Eine Familie eines Patenkindes bekam eine Nähmaschine um Ihr tägliches Brot damit zu verdienen.

Die Freude über eine mit Fuß betriebene Nähmaschine, die bei uns höchstens als
Dekorationsobjekt dient, bringt hier eine mehrköpfige Familie über die Runden. Die Frauen klatschten und tanzten vor Freude. In einer anderen Familie lebt das vollwaise Patenkind bei den Großeltern. Ihre Geschwister leben in anderen Familien, zum Teil in Ghana.
Der Tropfenregen hat die Hauptlehmhütte komplett zerstört und die Familie lebt jetzt in der 2qm Hütte die auch als Küche dient. In der nächsten Familie leben gleich zwei Patenkinder Cherifatou und Anita bei Ihrer Pflegemutter die vor wenigen Monaten ihren ersten Sohn entbunden hat. Bei den Besuchen werden die schulischen Leistungen der Kinder überprüft. Ihr Gesundheitszustand begutachtet und der weitere Werdegang besprochen. Auch werden Dinge, die bei letzten Besuchen aufgefallen sind und um Änderung gebeten wurde, überprüft. Die Kinder bekommen kleine Geschenke der Paten und werden für das alljährliche Protokoll noch gemessen.
Wenn wir nicht in Togo sind, übernimmt die Prüfungen unser Koordinator vor Ort für uns. Oftmals sind keine Geburtsurkunden vorhanden und das Alter wird geschätzt.

Ein beliebter Trick, eingeschulte Kinder nochmals jünger schätzen lassen, damit sie, zwei Jahre länger die Schule besuchen können.

Dies sind auch die Tage, die einem das richtige Afrika zeigen, in den Höfen oder in den Häusern sieht man wie das Leben hier gelebt wird.
Meist ohne Strom und fließend Wasser…