über Stiche!Trotz NoBite und Moskitonetz habe ich mir den ein oder anderen Stich eingefangen. Die Hoffnung bleibt immer mit etwas Glück von Malaria verschont zu bleiben. Wir führen die Medikamente zwar mit, werden diese aber nur im Notfall zur Stoßbehandlung einsetzten. Dies ist mit Malarone möglich, aber im akuten Fällen werden wir auf einheimische Mittel zurückgreifen.

Heute war wieder der Weg das Ziel, wir mussten etliche Kilometer z
urücklegen um zügig weiter Richtung Norden zukommen. Währende der Fahrt pausierten wir
am Lake Nokoué und setzten mit einem Boot zum Fahlbautendorf über.
Rund 30.000 Menschen bestreiten dort Ihr Leben in Hütten auf dem Wasser. Auf dem Weg dorthin begegneten uns viele Fischer aber auch Schmuggler die Benzin aus Nigeria auf dem Wasser nach Benin und so nach Togo bringen. Hier sieht man Kinder die nicht zu Fuß in die Schule gehen, sondern selbst in Gruppen und kleinen Booten von Ihren Behausungen in die Schule fahren. Der Markt, die Kirche, die Krankenstation alles wurde indas Wasser gebaut. Wenn sie sich kein Boot leisten können, wirdschnell etwas aus Kanistern zusammengebaut.


Nach einer Stunde Aufenthalt ging es weiter auf einer der meistgenutzten Transitstrecken nach Nordafrika. Wie gestern schon beschrieben. Entfernungen an Zeiten festzumachen ist hier unmöglich. Auch die Hoffnungen, die Straßen seien in Benin besser und ein schnelleres Vorankommen sei garantiert, zerschlagen sich von Kilometer zu Kilometer. Es sind aber auch hier wieder tausende LKWs vor uns am Straßenrand um sich zu sammeln und in Konvois zufahren. Diese Taktik hilft bei Unfällen, Pannen und Ersatzteilbesorgungen.


Unterwegs begegnen uns wieder Unfälle, entweder gerade passiert oder man wartet auf die Beseitigung. Viele stehen aber auch einfach an der Straße und wechseln die Reifen, eines der größten Probleme hier "gefahren wird, bis der Pneu platzt"! Mit Glück kommt man dabei nicht in den Gegenverkehr. Als Absicherung oder Warnung der Unfallstelle dienen Erdhaufen oder Grasbüschel die in Abständen, mehrere 100 Meter vorher auf die Straße gelegt werden. Bei vielen möchte man nicht wissen, was aus dem Fahrer geworden ist. Einen LKW haben wir überholt, da ruhte sich der Beifahrer gerade während der Fahrt in einer Hängematte unter dem Anhänger aus. Das erinnert mich immer an Manfred Krug in seiner Glanzrolle als LKW Fahrer "Meersdonk" in der Serie "Auf Achse“.
Am Tagesziel angekommen merkten wir wieder, wir sind in Afrika! Die geplante Unterkunft hatte uns schlichtweg vergessen. Nach kurzer afrikanischer Gelassenheit wurde kurzum in Abomey Ersatz gefunden. Hier ist alles in Ordnung, Zimmer OK. Probleme mit warmem Wasser gibt es nicht – es gibt nämlich keins – normal! Im Laufe des Tages fiel auf, dass wir immer mehr Richtung Norden kamen - es wurde grüner. Neben der Straße wurden die Bäume höher und Behausungen kleiner.

Mittagessen musste aus zeitlichen Gründen leider ausfallen und wurde durch Bananen ersetzt.

Am Abend gemeinsames Essen und ab in die Unterkunft, duschen (zuerst das braune ablaufen lassen), Moskitonetz aufhängen, Schlafsack raus und versuchen den muffigen, schimmeligen Geruch des Bettes zu vergessen.
Gute Nacht Afrika!